Elisabeth Rudolph

Elisabeth Rudolph

Vor dem Hintergrund des möglichen Klimawandels in diesem Jahrhundert werden die Aus­wirkungen des Klimawandels sowohl auf Städte, ländliche Räume und Elbeästuar in der Metropolregion Hamburg (KLIMZUG - Nord) als auch auf Schifffahrt und Wasserstraßen in den Ästuaren von Elbe, Jade-Weser und Ems (KLIWAS) erforscht und Anpassungsoptionen entwickelt.

Zur Entwicklung geeigneter Anpassungsstrategien an die Folgen des Klimawandels ist es nötig, sowohl die heutige Situation zu verstehen, als auch mögliche Zukünfte unter Klima­änderungsbedingungen zu analysieren. Dieses Konzept wird am Beispiel von Sturmfluten in den Ästuaren von Elbe, Jade-Weser und Ems vorgestellt. Diese Untersuchungen werden im Rahmen der Forschungsvorhaben KLIMZUG - Nord (www.klimzug-nord.de) und KLIWAS (www.kliwas.de) durch­geführt.

Sturmfluten in den Ästuaren werden sowohl durch die Gezeitendynamik und den Windstau in der Deutschen Bucht als auch durch den Oberwasserzufluss in das Ästuar oder den Wind über dem Ästuar geprägt. In einer Sensitivitätsstudie werden Szenarien untersucht, die zentrale Elemente einer möglichen Zukunft wie z.B.

  • Meeresspiegelanstieg in der Nordsee oder
  • Zunahme/Abnahme des Oberwasserzuflusses in die Ästuare

hervorheben und der Einfluss auf den Sturmflutscheitelwasserstand analysieren. Der Einsatz eines hydrodynamisch – numerischen Modells ermöglicht es, den Einfluss der genannten Prozesse auf den Wasserstandsverlauf bei Sturmflut jeweils einzeln zu untersuchen. Die Abbildung zeigt beispielhaft den Einfluss des Meeresspiegelanstieges auf den Wasserstandsverlauf bei Schulau in der Elbe (Elbe – km 640). Ein Meeres­spiegelanstieg bewirkt u. a. höhere Tidehochwasser Thw, eine frühere Eintrittszeit des Thw sowie eine Verlängerung der Dauer hoher Wasserstände. Auf der Grundlage dieser Sensitivitätsstudie können durch Sturmfluten gefährdete Gebiete entlang der Ästuare identifiziert werden.

ERudoph_Abbildung

Anschließend wird die Wirksamkeit von Anpassungsoptionen betrachtet. So wird z. B. die Schutzfunktion von Einengungsmaßnahmen oder Sturmflutsperrwerken in den Mündungsgebieten der Ästuare bei durch den Klimawandel veränderten Wasserständen oder Abflüssen untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung ermöglichen es, die Vor- und Nachteile der Anpassungsmaßnahmen für die Metropolregion Hamburg und die Wasserstraßen in den Ästuaren von Elbe, Jade-Weser und Ems abzuwägen und Anpassungsstrategien zu entwickeln, die die durch einen Klimawandel entstehenden Probleme in der Metropolregion Hamburg und an den Wasserstraßen minimieren.

Autoren:
Elisabeth Rudolph*, Rita Seiffert*, Annette Büscher*, Ariane Paesler*

Druck

*BAW Bundesanstalt für Wasserbau – Abteilung Wasserbau im Küstenbereich
Wedeler Landstraße 157 D-22559 Hamburg